Die Identifikation von Krankheitsmustern gemäß den Vier Schichten wurde von Ye Tianshi in seinem Buch „Abhandlung über Wärme-Erkrankungen“ (Wen Bing Lung, 1746) entwickelt. Davor beherrschte die von Zhang Zhongjing in einer „Abhandlung über kälteverursachende Schäden“ (Shangan lun, 200 n. Chr.) gemäß den Sechs Stadien 14 Jahrhunderte lang das Denken bezüglich Pathologie und Therapie von Krankheiten äußeren Ursprungs.

Die Theorie der Wärme-Erkrankungen stellte einen wichtigen, revolutionären Entwicklungsschritt in der Chinesischen Medizin dar. Alle Wärme-Erkrankungen sind per Definition durch äußere Wind-Hitze verursacht und weisen bestimmte Eigenschaften auf, die wie folgt zusammengefasst werden können:

Sie manifestieren sich in Fieber

  • Der pathogene Faktor tritt durch Nase und Mund ein
  • Sie sind infektiös
  • Ihre pathologische Entwicklung ist schnell
  • Der pathogene Faktor einer Wärme-Erkrankung hat die starke Tendenz, das Yin zu verletzen
Die Vier Schichten und entsprechende Symptome

Wenn ein äußerer pathogener Faktor (in diesem Fall ein Virus – aus TCM-Sicht wird dieser als „Feuer-Toxin“ bezeichnet) in den Körper gelangt, dringt er in diesen in folgender Reihenfolge ein:

1. Abwehr-Schicht – Wei Fen = Wei Qi = Lunge, Kehle, Nase leichtes Fieber, Kopfschmerzen, Kälteabneigung, Halschmerzen, laufende Nase, geschwollene Mandeln, leichter Durst

2. Qi-Schicht – Qi Fen = Yang Ming – Verdauungstrakt hohes Fieber, Hitzegefühl, Husten mit dünnem/gelben Sputum, viel Schwitzen, Durst

3. Nähr-Qi-Schicht – Ying Fen = Herz und Shen – Geist – Nervensystem Nächtliches Fieber, trockener Mund ohne Durst, psychische Unruhe, Delirium, Schlaflosigkeit,

4. Blut-Schicht – Xue Fen = Leber und Niere, Knochenmark, Hirn, ZNS wie 3. Ebene plus Blutungen, Blut im Urin, Nasenbluten, manisches Verhalten, Exkrete, Koma

Die Vier Schichten stehen für vier verschiedene energetische Ebenen der Hitze-Durchdringung, wobei die Abwehr-Qi-Schicht die oberflächlichste und die Blut-Schicht die tiefste Ebene darstellt.

Anhand der TCM-Diagnostik/Symptomatik erkennt der Therapeut, in welcher Schicht sich der pathogene Faktor/Virus befindet, welche die Grundlage zur individuellen Behandlung darstellt.